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Erstes klimaneutrales Betriebsrestaurant in Deutschland
„Nachhaltigkeit ist keine Modeerscheinung, sondern Motor zur wirtschaftlichen Entwicklung!“
Interview mit Peter Amon,
Vorsitzender der Geschäftsführung bei ARAMARK
Das Betriebsrestaurant der Bauerfeind AG, Zeulenroda, einer der weltweit führenden Hersteller medizinischer Hilfsmittel, wurde am 21. Januar 2010 nach dem anerkannten Zertifizierungssystem „Stop Climate Change (SCC)“ zertifiziert und ist damit das erste klimaneutrale Betriebsrestaurant in Deutschland. Verantwortlich für die Umsetzung der Zertifizierung ist der Catering-Dienstleister ARAMARK.
1. Herr Amon, ARAMARK ist der zweitgrößte deutsche Catering-Dienstleister und seit 2004 Gastronomiebetreiber der Bauerfeind AG. Was hat Sie veranlasst, das Betriebsrestaurant in Zeulenroda zertifizieren zu lassen?
Die Prognosen über die Auswirkungen des Klimawandels unterscheiden sich im Detail, nicht jedoch im Prinzip. Eine zentrale Aufgabe ist es, die weltweiten CO2-Emissionen auf ein verträgliches Maß zu reduzieren unabhängig in welcher Branche man tätig ist. Wir sind der festen Überzeugung, dass auch im Dienstleistungssektor den Unternehmen die Zukunft gehört, die gesellschaftliche Verantwortung zeigen. Und das in dreierlei Hinsicht: die ökonomische Verantwortung gegenüber dem Markt, die ökologische Verantwortung zur Erhaltung von Natur und Umwelt für nachfolgende Generationen sowie die soziale Verpflichtung für eine zukunftsfähige lebenswerte Gesellschaft. Die Nachhaltigkeitsstrategie ist in unserer Unternehmensphilosophie fest verankert und zieht sich durch alle Geschäftsbereiche. Neben zahlreichen nachhaltigen Initiativen wie beispielsweise dem Einkauf regionaler und fair gehandelter Lebensmittel möchte ARAMARK mit dem klimaneutralen Betriebsrestaurant aktiv einen Beitrag zum Klimaschutz leisten. Parallel stellt das Thema „Genuss mit gutem Gewissen“ einen wachsenden Trend dar. Die Betriebsgastronomie bei Bauerfeind ist die erste nach SCC zertifizierte Betriebsgastronomie in Deutschland. Diesem Pilotprojekt sollen künftig weitere folgen.
2. Warum haben Sie Ihren Kunden Bauerfeind ausgewählt?
Mit der Bauerfeind AG und Hans B. Bauerfeind an der Spitze haben wir einen Partner identifiziert, der wie ARAMARK im nachhaltigen unternehmerischen Denken und Handeln den Motor für wirtschaftliche Entwicklung sieht. Ein gutes Beispiel dafür ist das von Bauerfeind betriebene Bio-Hotel in Zeulenroda. Die Philosophie des Hauses geht über das „herkömmliche“ Bio-Verständnis hinaus und bezieht eine ganzheitliche gesunde Lebensweise ein: Von der intakten, sauberen Natur über gesundheitsfördernde Angebote bis hin zur bewussten Wertschätzung des Lebens und seiner Biologie.
3. Wie läuft die Zertifizierung nach SCC organisatorisch ab?
Das anerkannte Zertifizierungssystem „Stop Climate Change“ kombiniert die Reduktion und den Ausgleich von CO2-Emissionen. Der Fokus liegt ausdrücklich auf einer dauerhaften Minderung des Kohlendioxid-Ausstoßes. Die Zusammenarbeit mit den drei unabhängigen Partnern der AGRA-TEG Agrar- und Umwelttechnik GmbH, der GLS Bank und der Gesellschaft für Ressourcenschutz mbH unterstreicht die Vertrauenswürdigkeit der Zertifizierung. Im ersten Schritt werden in einer Basisstudie die CO2-Emissionen des Hauses erfasst und bilanziert. Auf Besonderheiten wird dabei individuell eingegangen. Diese Analyse ermöglicht die Identifizierung aller Emissionsquellen. Die Basisstudie zeigt die Reduktionspotenziale der CO2-Emissionen auf. Diese werden im zweiten Schritt in einem individuellen Minderungskonzept verarbeitet. Unvermeidbarer CO2-Ausstoß wird erfasst und durch Investitionen in Klimaschutzprojekte ausgeglichen. Das betreffende Unternehmen kauft dazu im dritten Schritt Carbon Credits, die treuhänderisch von der GLS Bank verwaltet werden. Die Zertifizierung durch die GfRS sichert im Anschluss die Glaubwürdigkeit des Systems für den Verbraucherschutz. Als unabhängige Zertifizierungsstelle auditiert sie die Basisstudie und das Datenerfassungs- und Minderungskonzept durch Vor-Ort-Audits. Die GfRS prüft beispielsweise, ob das Minderungskonzept den Anforderungen des SCC-Standards genügt.
4. ARAMARK versteht sich nicht nur als „reiner“ Caterer, sondern sieht sich ausdrücklich auch in der Beraterfunktion beim Neu- oder Umbau von Gebäuden mit Gastronomie. Wie kann ein Catering-Unternehmen eine Gebäudeplanung unterstützen?
Durch unsere langjährige Erfahrung in der Verpflegungsbranche wissen wir, wie Küchen- sowie Logistik- und Wegesysteme mit dem Höchstmaß an Effektivität geplant werden können. ARAMARK sieht sich hier in der Rolle des „Cost-Saver“, der durch die frühzeitige Einbindung in den gesamten baulichen und strukturellen Prozess eine Kostenersparnis erreicht. Beispielsweise benötigt der Kunde bei unserem Businesskonzept „Food & Emotion“, das auf Frontline-Cooking beruht, 30 Prozent weniger Fläche sowie 25 Prozent weniger Investitionskosten.
5. Welche Nachhaltigkeitsprojekte stehen in nächster Zeit im Fokus, wo wollen Sie sich am stärksten engagieren?
Ich möchte betonen, dass das Nachhaltigkeitsengagement von
ARAMARK ausdrücklich kein Ergebnis der vermehrten Öffentlichkeitswirksamkeit dieses Themas ist. Wir stellen uns der gesellschaftlichen Verantwortung im Sinne der Nachhaltigkeit seit vielen Jahren. Wir verfügen hier bereits über eine große Expertise. Ziel ist, die bislang initiierten Projekte unter dem Motto „Zukunft fairantworten“ weiter auszubauen. Wie erwähnt, sollen dem Pilotprojekt bei Bauerfeind zahlreiche weitere folgen. Darüber hinaus wird ARAMARK einen wissenschaftlichen Nachhaltigkeitsbeirat ins Leben rufen. Dieser wird ARAMARK als unabhängiges Beratungsgremium Impulse für weitere Nachhaltigkeitsprozesse liefern.
Hintergrundinformationen zu ARAMARK:
Als Anbieter für Catering und Service Management zählt ARAMARK in Deutschland zu den führenden Dienstleistern in diesem Markt. Rund 6.500 Mitarbeiter sind bundesweit für die ARAMARK Holdings GmbH & Co. KG mit Sitz in Neu-Isenburg tätig. Etwa 4.000 Kunden namhafte Wirtschaftsunternehmen, Krankenhäuser, Pflegeeinrichtungen, Sport- und Freizeitstätten, Universitäten, Schulen und Kindergärten sowie Messen und Kongresshäuser machen ARAMARK zum zweitgrößten Catering-Unternehmen in Deutschland.
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